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Antisemitismus?
Antisemitismus
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Baustelle  Antisemitismus

Baustelle  JPS  2018-08-15    ../00CONTENT/Antisemitismus/00_Antisemitismus_00

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wink

Antisemit?               ../00CONTENT/Corner/antisemit/02_juden_jps

Peter Menasse sagt sehr klar, dass viele Menschen mit ihrer Kritik hinter dem Berg halten, weil sie nicht als Antisemiten angesehen werden wollen / könnten.
Ob ich unreflektiert als Antisemit bezeichnet werden könnte, ist mir hinreichend egal.

1944 geboren habe ich keine Verbindungen zur Nazi-Vergangenheit Österreichs, mein Vater ist im Krieg gefallen, meine Mutter - damals 20 - wollte nicht zum BDM, meine Grossmütter waren eine Katholikin und eine in der Wolle gefärbte Sozialistin, ein Grossvater war k.k. Polizist gewesen, der andere verschollen.

Die - von einigen Mitgliedern (oder deren Päsidenten) der jüdischen Gemeinde - eingeforderte Sippenhaftung verlangt von mir mich "mitschuldig" zu fühlen!


Ich hingegen fühle mich ebenfalls als Opfer dieser grausamen Vergangenheit.
Mein Vater wurde nicht ermordet, er wurde "nur" als Opfer des Krieges getötet.
Daher habe ich offenbar kein Anrecht auf Wiedergutmachung für diesen Verlust.
Somit könnte nur die Einforderung von "(Mit-) Schuldgefühl" die Basis für eine
mögliche antisemitsche Haltung meinerseits sein - alle anderen Nährböden fehlen.

Daher fühle ich mich frei und schuldlos und beantworte - wie auch Menasse und Brauer (beide in der jüdischen Kultusgemeinde nicht eben wohlgelitten) - die Frage: "Darf man Juden kritisieren?" mit einem klaren "Ja, natürlich!" und "... die Israelis erst recht!!"

:
Peter Menasse   (für "Judenfragen" und Antisemitismus) - ein Interview mit dem Titel "Wider die Fixierung auf die Shoa".
Daniel Barenboim   (für Israel und den "Rest der Welt") mit den Interviews über den politisch unlösbaren israelisch-palästinensischen Konflikt: "Das kann man nur menschlich lösen" und der Frage "Wo ist die jüdische Intelligenz?".

"Brauchen Jüdinnen und Juden tatsächlich ein neuens Selbstverständnis?"               ../00CONTENT/Corner/antisemit/01_juden_club2


Benötigen die Jüdinnen und Juden ein Plädoyer für ein anderes Selbstverständnis, reduzieren sie sich selbst tatsächlich zu sehr auf Ihre Opferrolle?
Wie ist der Nahost-Konflikt in diesem Zusammenhang zu sehen und darf man Israel, darf man Juden kritisieren?


Rede an uns

Gegen die Opferrolle, in der sich Juden seiner Meinung nach oft sehen, hat der Autor Peter Menasse die Streitschrift "Rede an uns" verfasst.
Der Essay ist ein Appell an die eigenen Reihen für positives Denken, für Dialogfähigkeit, und damit auch eine Kritik an Juden. Menasse trifft damit einen sensiblen Nerv, den auch schon Günter Grass mit seinem Gedicht, in dem er Israels Iran-Politik kritisierte, getroffen hat.

Bei einem
Club 2 am 21. November 2012 Die Aufzeichnung ist beim ORF und auch im Internet nicht mehr auffindbar - Warum?
Während u.A. der "Skandal-Club" mit Nina Hagen aus 1979 und auch Peter Alexanders "heile Welt" aus 2011 nach wie vor in der ORF-tvthek abrufbar sind, ist dieser interessante Club 2 nicht mehr verfügbar.
Auch eine Art von Vergangenheitsbewältigung!
treffen die "Realos" Peter Menasse (Autor der Streitschrift "Rede an uns") und Arik Brauer (Maler und Musiker) mit den "Fundis" Robert Schindel (Schriftsteller) und Peter Michael Lingens (Journalist) zu einer - auch heute noch hochaktuellen Diskussion unter der Leitung von Michael Köhlmeier zusammen.


Die Vertreter der "Opferrolle" Lingens (hochzivlisiert und weltmännisch), Schindel (hoch emotional und Schuldgefühle einfordernd) und die "Zukunftsorientierten" Menasse (hoch intellektuell, auseinandersetzungsbereit), Brauer (emotional, auseinandersetzungsbereit und pragmatisch: "Wir reden hier über 0,2% der österreichischen Bevölkerung. Gibt es nicht wesentlich grössere Probleme in der Welt?") liefern ein hochinteressantes, lehrreiches Streitgespräch.

Menasse und Brauer, in der jüdischen Kultusgemeinde nicht eben wohlgelitten, beantworten u.a. die Frage: "Darf man Juden kritisieren?" mit einem klaren "Ja, natürlich!" und "... die Israelis erst recht!!"


Daniel Barenboim ../00CONTENT/Corner/antisemit/03_barenboim

Der Pianist und Dirigent Daniel Barenboim   setzt sich wie kaum ein anderer Künstler von Weltruhm für Versöhnung im Nahostkonflikt ein.


Barenboim
"Wenn meine Familie seit dem 11. Jahrhundert in einem palästinensischen Dorf lebte, würde ich es akzeptieren, dass Anfang der zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts plötzlich Leute aus der Ukraine, aus Argentinien und Berlin bei mir auftauchen und sagen, wir leben jetzt hier – und zwar allein?
Nein, das würde ich nicht.

Aber Israel ist inzwischen eine Realität geworden, die viele Palästinenser akzeptieren.
Deswegen können wir in diesem Land entweder zusammenleben oder Seite an Seite,
aber nicht Rücken an Rücken.
Solange wir das nicht begreifen, wird es keinen Frieden geben."


sagt Daniel Barenboim in einenm Interview am 2012-03-12 in der Zeit.
Er ist in den Palästinensergebieten in Konzerten aufgetreten und hat das West-Eastern Divan Orchestra   aus jungen israelischen und arabischen Musikern gegründet. In Israel hat er sich für die dort heftig umstrittene Aufführung von Werken Richard Wagners eingesetzt.
Barenboim, 1942 in Buenos Aires in einer vor den Pogromen im zaristischen Russland geflohenen jüdischen Familie geboren, war ein musikalisches Wunderkind: Er hat sein Klavierdebüt mit sieben Jahren gegeben. Von 1991 bis 2006 war er Chefdirigent des Chicago Symphony Orchestra, seit 1992 ist er Generalmusikdirektor der Staatsoper Berlin.
Er besitzt einen argentinischen, einen spanischen, einen israelischen und einen palästinensischen Pass und sagt - u.A. - darüber: "Viele Israelis nehmen mir schon lange vieles übel, und für viele Palästinenser bin ich trotz meiner palästinensischen Staatsbürgerschaft bloß ein Israeli."
Am 10. Mai 2004 wurde Daniel Barenboim in der Knesset, dem israelischen Parlament, der Wolf-Preis für freundschaftliche Beziehungen unter den Völkern verliehen. In seiner Dankesrede zitierte Barenboim aus der israelischen Verfassung u.a. folgende Passage:

„Der Staat Israel ... wird all seinen Bürgern ohne Unterschied von Religion, Rasse und Geschlecht soziale und politische Gleichberechtigung verbürgen.“

Anschließend sagte er:

„In tiefer Sorge frage ich heute, ob die Besetzung und Kontrolle eines anderen Volkes mit Israels Unabhängigkeitserklärung in Einklang gebracht werden kann.
Wie steht es um die Unabhängigkeit eines Volkes, wenn der Preis dafür ein Schlag gegen die fundamentalen Rechte eines anderen Volkes ist? ...“

Daraufhin kam es zu einem Eklat, als die israelische Erziehungsministerin Limor Livnat Barenboim in ihrer Erwiderung vorwarf, das Parlament als Bühne zu missbrauchen, um Israel zu attackieren.
Barenboim stiftete das Preisgeld von 50.000 Dollar für die musikalische Erziehung von israelischen und palästinensischen Kindern.


Peter Menasse       ../00CONTENT/Corner/antisemit/04_menasse_peter



Mag. Peter Menasse wurde 1947 in Wien geboren.
Peter Menasse Sein Vater wurde 1938, als Halbwüchsiger, mit einem der berühmten "Kindertransporte" der Quäker nach England geschickt und überlebte dort, wie auch Menasses Mutter, die Shoa. Nach dem Krieg kehrten Menasses Eltern nach Wien zurück, um am Aufbau eines neuen, demokratischen Österreich mitzuwirken.
Der studierte Betriebswirt (WU Wien) arbeitete seit 1975 als Kaufmann im Energiehandel und -import und gründete zu Anfang der 90er-Jahre gemeinsam mit Partnern die HCI Handelsgesellschaft (Kohle-Import für Industriebedarf).
Bis 1997 war er als Kolumnist für die Wiener Stadtzeitung “Falter” tätig und wechselte 1998 als Pressesprecher zum damaligen Wissenschafts- und Verkehrsminister Caspar Einem.
Anschliessend gründete er gemeinsam mit Kollmann und Meta Raunig-Hass die PT-Agentur "communication matters", die er im Juli 2010 verließ, um sich neuen Aufgaben im Kulturbereich zuzuwenden.

Als Chefredakteur der jüdischen Vierteljahreszeitschrift "Nu" (seit 2000) ist der Cousin der Schriftsteller Eva und Robert Menasse eine nicht ganz unumstrittene, jedenfalls aber einflussreiche Persönlichkeit in der jüdischen Gemeinde Wiens.
Er steht auch der Kultusgemeinde kritisch gegenüber - Beschlussfassungen des Gremiums erinnern ihn an jene in „Parlamenten stalinistischer Diktaturen“. Auch kritisiert er einen der wichtigsten Repräsentanten der Wiener Kultusgemeinde, dieser nutze seine Position als Vertreter der Juden und die Drohung des Antisemitismus aus, um sich Vorteile zu verschaffen.

Im März 2011 tritt Peter Menasse als Prokurist und Leiter der Abteilung Finanzen und Organisation im Jüdischen Museums Wien, zurück. Anlass waren die Debatten um Demontage und Zerstörung von Hologrammen  beim Umbau des Jüdischen Museums.
Nun arbeitet er weiterhin als selbstständiger Kommunikationsberater und Begleiter bei Veränderungsprozessen.

Mit dem Essay "Rede an uns“ - ein Plädoyer für stärkeres Selbstverständnis der Juden - spart er auch nicht mit Kritik an hohen Funktionären der Kultusgemeinde und empfiehlt Nichtjuden ironisch einen „Test zur Wehrhaftigkeit“.

Juden, raus aus der Opferrolle! fordert er. Auch gehöre die Antisemitismus-Keule weggepackt.
Kritik an Israel oder an bestimmten Aspekten der israelischen Politik müsse auch für Nichtjuden möglich sein.

Arik Brauer               ../00CONTENT/Antisemitismus/05_Arik_Brauer



baustelle



Arik Brauer wurde 1929 als Sohn eines jüdischen Handwerkers in Wien geboren.
Arik Brauer 1945-1951 war er Student an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Gründung der "Wiener Schule des Phantastischen Realismus" gemeinsam mit Fuchs, Hausner, Hutter und Lehmden.
1947-1951 absolvierte er ein Gesangsstudium an der Musikschule der Stadt Wien.
Von 1954 bis 55 lebte er als Sänger und Tänzer in Israel. 1956 war er Balletttänzer am Raimundtheater in Wien. 1957 heiratet er die Israelin Naomi. Während eines Parisaufenthalts in den Jahren 1957 bis 1963 trat er mit seiner Frau als israelisches Volksliedergesangsduo auf. Geburt der Töchter Timna und Talja. 1961 erste Einzelausstellung in Paris. 1964 Rückkehr nach Wien; von nun an sesshaft sowohl in Wien als auch im Künstlerdorf Ein-Hod in Israel. Ab 1964 zahlreiche Einzelausstellungen im In- und Ausland. 1971 Veröffentlichung der LP "Arik Brauer", die zweifach vergoldet wird. 1972 Geburt der Tochter Ruth. Von 1986 bis 1997 Ordentlichenr Hochschulprofessor an die Akademie der bildenden Künste in Wien. 1993 Entwurf und Gestaltung eines Wohnhauses in der Gumpendorferstraße ("Brauer-Haus"). 1994 bis 2000 künstlerische Gestaltung des Kultur- und Einkaufszentrums "Kastra" in Haifa, Israel. 2002 Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse; 2011 Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien.

Lieber violett träumen als grau denken ex_url  Kurier 2014-0102

Baustelle  Wissenswert. lesenswert ...

Baustelle  JPS  2018-08-15    ../00CONTENT/Antisemitismus/Antisemitismus_Quellen_00

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Gedankenloses Gedenken ex_url Thomas Eppinger 2018-03-16

    Störenfried Arik Brauer  

Werner Reichel   eigentümlich frei 2018-03-15    
../00CONTENT/Antisemitismus/Artikel/2018/2018-03-15_A_Stoerenfried_Brauer_324

Im Zentrum vom 2018-03-11 sprach er aus, was diese selbsternannte, antifaschistische Priesterkaste so gerne ignoriert, verleugnet und verschweigt. Nämlich, dass die Nationalsozialisten, gegen die die Neosozialisten so leidenschaftlich "kämpfen", längst tot sind, und dass unsere Demokratie, unsere Freiheit und unsere westliche Gesellschaft von anderen Gefahren bedroht werden: Nach Kommunismus und Nationalsozialismus breitet sich in Europa eine weitere totalitäre und mörderische Ideologie, der Islamismus, aus.
Bezeichnend für die österreichische Art der "Vergangenheitsbewätigung" ist, dass diese Sendung nicht mehr in der ORF-tvthek zu finden ist, während für Österreich so wichtige Themen wie z.B.: Bye Bye Britain – Und was nun, EU? So, 26.06.2016 noch immer verfügbar sind!


Jüdische Perspektiven auf Antisemitismus in Deutschland Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung, April 2017
2015-12-18 Der Standard

Die verlorene Ehre des Konrad Lorenz

Prof. Kurt Kotrschal

Die Uni Salzburg hat das Ehrendoktorat, das sie dem großen Verhaltensforscher 1983 verliehen hatte, wieder aberkannt. Über die Begründung lässt sich trefflich streiten     


2015-12-17 Wiener Zeitung

Ehrendoktorat von Konrad Lorenz widerrufen   

APA

Der Verhaltensforscher hat nationalsozialistische Ideologien aktiv verbreitet. (132)



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